Compliance-Leitfaden

Der vollständige Leitfaden zur eIDAS-2.0-Compliance

Aktualisiert am 10. Dezember 202515 Minuten Lesezeit

Die Verordnung eIDAS 2.0 ist die weitreichendste Überarbeitung des europäischen Rahmens für digitale Identität seit seinen Anfängen. Ob Finanzinstitut, Gesundheitsdienstleister, Verwaltung oder Technologieunternehmen mit Tätigkeit in der EU: Dieser Leitfaden führt durch jede Anforderung, jede Frist und jeden Umsetzungsschritt, den Sie kennen müssen.

Digital networks and data infrastructure

1. Was ist eIDAS 2.0?

eIDAS 2.0 ist der gängige Name für die überarbeitete Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt. Sie ändert die ursprüngliche **Verordnung (EU) Nr. 910/2014** (bekannt als eIDAS 1.0), die den ersten EU-weiten Rechtsrahmen für elektronische Identifizierung, Authentifizierung und Vertrauensdienste wie qualifizierte elektronische Signaturen, Siegel, Zeitstempel und Einschreibedienste geschaffen hat.

Warum die Überarbeitung nötig war

Seit eIDAS 1.0 im Jahr 2016 in Kraft trat, hat sich die digitale Landschaft stark verändert. COVID-19 beschleunigte den Bedarf an Fernidentifizierung. Die grenzüberschreitende Anerkennung nationaler eID-Systeme blieb bruchstückhaft: Bis 2022 hatten nur 14 von 27 Mitgliedstaaten ein eID-System notifiziert, und die Nutzung durch die Bürger war ungleich verteilt. Gleichzeitig blieb die Privatwirtschaft vom eID-Ökosystem weitgehend ausgeschlossen, und neue Anwendungen wie Attributsbescheinigungen, überprüfbare Nachweise und mobile Identitäts-Wallets waren im ursprünglichen Text nicht vorgesehen.

Die Europäische Kommission legte ihren Gesetzgebungsvorschlag im Juni 2021 vor. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament und Rat wurde die Änderungsverordnung Anfang 2024 formell angenommen. Der überarbeitete Rahmen führt eine verpflichtende europäische Wallet für die digitale Identität (EUDIW) ein, die jeder Mitgliedstaat seinen Bürgern und Einwohnern anbieten muss, und erweitert die Vertrauensdienste und Governance-Anforderungen deutlich.

Das Wichtigste

eIDAS 2.0 macht aus der digitalen Identität ein verpflichtendes, Wallet-basiertes Ökosystem, das öffentlichen und privaten Sektor in allen 27 Mitgliedstaaten umfasst, statt eines freiwilligen, staatlich zentrierten Systems.

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